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Unser Haus brennt – Klimawandel live

Sind Ihnen in den letzten Spätsommer-Tagen auch schon mal die besonders kräftig strahlenden Sonnenuntergänge aufgefallen? Den Grund hierfür nennt im neuen „Spiegel“ der Kollege Gerald Traufetter.

„Der Rauch der Waldbrände in  Kalifornien zog in der Erdatmosphäre bis nach Deutschland … Das abendliche Schauspiel erinnert daran, warum die steigenden Temperaturen den Wasserkreislauf der Erde verändern und Wälder häufiger brennen. Und es zeigt uns, dass der Ausstoß von CO2 ein globales Problem ist. Ein Prüfung für die gesamte Menschheit“. 

Man muss hier hinzufügen: Ein Prüfung vor allem für die reiche Menschheit, denn ein Europäer produziert etwa 20mal mehr CO2 als ein Afrikaner.

In Kalifornien hat sich das Feuer der Waldbrände inzwischen auf eine Fläche von 3.400 Quadratkilometer ausgebreitet. Aber auch in Nordsibirien brennen seit Wochen 1.4 Millionen Hektar Wald, noch mehr sind es in Zentralafrika und in Südostasien.

Was wir gerade erleben, so Traufetter weiter, ist „der ultimative Weckruf für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft“. Unser Haus brennt. Wann endlich bestellen wir die Feuerwehr?

Verbrenner sind Oldtimer

Seit über 30 Jahren diskutiert die Welt die Probleme der Klimaerhitzung. Jetzt lässt sich das Thema nicht mehr länger verdrängen oder vertagen. 

Es brennt jetzt. Das heißt konkret und praktisch:

  • Jetzt muss die CO2-Steuer von 25 Euro je Tonne deutlich erhöht werden,
  • jetzt müssen die Milliarden-Subventionen für klimaschädliches Wirtschaften und Verhalten gestrichen werden,
  • jetzt mit dem neuen EEG (Erneuerbares Energien-Gesetz) muss der Ausbau der Erneuerbaren Energien um das Vierfache beschleunigt werden
  •  jetzt muss der Kohleausstieg begonnen und bis 2030 abgeschlossen werden
  • jetzt müssen die Grenzwerte für Autoabgase von 90 auf 75 Gramm pro Tonne CO2 gesenkt werden. Verbrenner sind Oldtimer. Die Zukunft fährt elektrisch.
Das alles wird teuer?

Richtig. Aber das Nichtstun wird noch viel teurer. Wie teuer das Nichtstun wird, hat der „Stern-Bericht“ der Weltbank schon 2007 errechnet: Fünfmal teurer.

In Kalifornien reden sie jetzt von „Apokalypse“. Wird Kalifornien unbewohnbar? fragte die Zeitschrift „The New Republic“ schon 2018.

Klar ist inzwischen: Die Klimaerhitzung ist die Katastrophe des 21. Jahrhunderts. Und sie betrifft die ganze Welt. Rekordhitze und Rekord-Dürreperioden bereiten den Bränden den Weg. Die Welt erlebt jetzt erstmals den Klimawandel live. 

Apokalypse now!

Vorsicht mit diesem Wort? In Kalifornien wird es jetzt ständig gebraucht! Die Feuersaison dauert gewöhnlich bis Dezember. Sie hat gerade erst begonnen. Es galt schon immer: Was Kalifornien erlebt, erlebt bald die ganze USA. 

Auch Präsident Trump zeigte sich in Kalifornien – er trug natürlich keine Maske. Dafür wusste er, dass die Österreicher im Wald leben und empfahl sie als Vorbild und meinte: „Es wird wieder kühler werden, ihr werdet schon sehen“. Einfach toll!

Die Milliarden-Programme zur Überwindung der Corona-Krise müssen primär mit Wumms in nachhaltiges Wirtschaften und in Klimaschutz gesteckt werden. Die Techniken hierfür sind längst parat. Was Elon Musk oder die chinesischen Autobauer können, müsste doch die deutsche Automobilwirtschaft auch hinkriegen.

Und möglichst viele Fridays-for-Future-Leute müssen 2021 für den Deutschen Bundestag kandidieren. Für eine Klimapolitik, die endlich diesen Namen verdient, brauchen wir beides: Eine starke außerparlamentarische Bewegung auf den Straßen und möglichst viele Klimapolitiker im nächsten Bundestag. Politik wird nachhaltig oder –  überflüssig.

Quelle

Franz Alt 2020 / www.sonnenseite.com 

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