Nur grüner Wasserstoff kann zum Klimaschutz beitragen – Meine Stellungnahme im Hessischen Landtag

Wasserstoff wird immer wieder als Lösung für klimaneutrale Energiegewinnung angebracht. Für den Klimaschutz ist das äußerst gefährlich, denn nur grüner Wasserstoff – produziert aus 100% erneuerbaren Energien – ist wirklich klimafreundlich. Eine unzureichende Differenzierung zwischen den Wasserstofftypen hat fatale Folgen. In einer neusten Studie belegen Wissenschaftler der Universität Standford in Kalifornien, dass blauer Wasserstoff (produziert aus Erdgas in Verbindung mit der Verpressung des entstandenen CO2s durch Carbon-Capture-and-Storage, CCS) sogar eine deutlich schlechtere Klimabilanz hat als die direkte Verbrennung von Erdöl und Erdgas – hauptsächlich verursacht durch erhebliche Methangasemissionen in der Produktion. Die Wasserstoffstrategie der Bundesregierung trägt dieser Erkenntnis nicht Rechnung, sondern fördert weiterhin neben der für die grüne Wasserstoffproduktion vorgesehenen Elektrolyse auch die Herstellung von blauem und türkisem Wasserstoff als sogenannte Brückentechnologie. Dahinter stecken – wie so oft – Lobbyinteressen: sowohl Erdgaswirtschaft als auch Automobilkonzernen sehen in blauem Wasserstoff eine Möglichkeit, ihr klimaschädliches Geschäft aufrecht zu erhalten. Das aber trägt massiv zur Aufheizung der Erde bei.

Der Hessische Landtag hat mich kürzlich um eine Stellungnahme zum Wasserstoffzukunftsgesetz der Fraktion der Freien Demokraten gebeten. Lesen Sie im Folgenden meine gesamte Stellungnahme:

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Solaranlagen und Dachbegrünung – die optimale Kombination für Klimaschutz und Klimaanpassung

Die zunehmenden Starkregenfälle und Hitzeperioden zeigen es: Wir alle müssen sowohl Klimaschutz als auch Klimaanpassung schnell verwirklichen!

Klimaschutz bedeutet alle Emissionen zu vermeiden. Hierfür bildet der Ausbau auf 100% Erneuerbare Energien den alles entscheiden Kern. Der Ausbau von Solaranlagen ist dabei der wichtigste Beitrag. Gleichzeitig müssen aber auch viele Kohlenstoffsenken geschaffen werden, was im Wesentlichen bedeutet, überall viel Grün mit Pflanzen zu schaffen, insbesondere dort, wo heute keine wachsen.

Klimaanpassung bedeutet, die Auswirkungen der nicht mehr zu verhindernden Katastrophen infolge der Erdüberhitzung abzumildern. Hitzeperioden in den Städten können und müssen mit viel Begrünungen von Dächern, Fassaden, Plätzen abgemildert werden, da die Verdunstungskälte der Pflanzen erhebliche Temperaturabsenkungen bewirken kann. Hochwasserspitzen in Starkregenfällen müssen in ihren Auswirkungen abgemildert werden. Die Entwicklung von Schwammstädten ist hier besonders zielführend. Gemeint ist damit, dass Flächen entsiegelt werden, viele Bäume in die Städte gepflanzt werden, viele Grünanlagen, sowie Dach- und Fassadenbegrünungen geschaffen werden, damit das Regenwasser zunächst von den Böden aufgesaugt wird, statt sofort die Hochwasserspitzen anzufachen. Die optimale Verbindung der beiden Ziele sind Solaranlagen auf begrünten Flächen und Dächern.

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Klimaneutralität bis 2035 – Unterzeichnen Sie den offenen Brief an Kanzlerin Merkel

In einem offenen Brief – initiiert von Prof. Eicke Weber – hat ein breites Bündnis aus über 30 Wissenschaftler:innen die Bundeskanzlerin dazu aufgerufen, endlich wirksame Klimapolitik zu betreiben. Das beinhaltet u.a. das Ziel der Klimaneutralität bis spätestens 2035. Prof. Weber ist ehemaliger des Fraunhofer-Instituts für Solar Energiesysteme ISE und derzeit Chair des europäischen Solarverbandes ESMC. Sie können und sollten diesen Brief hier unterschreiben und finden ihn anschließend im Wortlaut:

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel,

wir sind wieder in tiefer Sorge. Wir waren sehr dankbar, dass unser erster Brief vom März 2011, nach der furchtbaren Fukushima Katastrophe, vielleicht mitgeholfen hat, Ihre rasche und für Viele auch überraschende Entscheidung zum endgültigen Aus der Nutzung der Kernkraft in Deutschland zu treffen. Wir bemerkten auch, dass Sie das Argument der prinzipiellen Unbeherrschbarkeit komplexer Systeme, da wir nie alle Ausgangsbedingungen kennen können, an anderer Stelle in politischen Diskussionen verwandten. Als wir Ihnen vor gerade 10 Jahren diesen ersten offenen Brief zur Zukunft der Kernenergie sandten, erwarteten wir, dass mit dem Ausstieg aus der Kernenergie auch der Zubau an erneuerbaren Energien beschleunigt in Angriff genommen würde. Heute sehen wir, dass die durch so viele öffentliche Verlautbarungen, Parteiprogramme, Koalitionsvereinbarungen etc. angekündigte Umstellung unserer Wirtschaft auf CO2 – emissionsfreie Bereitstellung unserer Energie und unserer Transportleistungen leider viel zu langsam in die Gänge kommt, um wirklich die zu erwartenden schrecklichen Folgen des menschengemachten Klimawandels zu vermeiden.

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