Madrider Klimagipfel: Verrat an den Armen und unseren Kindern

„Diese Klimakonferenz war ein Angriff auf das Herz des Pariser Abkommens“, kommentiert Greenpeace zurecht.  Was lernen wir nach dem gescheiteren Madrid-Gipfel? Unsere Aufgabe heißt: Energiewende selber machen und sich dabei an Vorbildern wie Schweden, England oder Dänemark orientieren. Von Franz Alt

Auf der Madrider UN-Klimakonferenz wurde der weltweite Protest der Jugend wieder einmal kräftig und nachhaltig gelobt. Auch Greta Thunberg konnte wieder eine aufrüttelnde Rede halten und bekam dafür viel Beifall. Aber was ist das wirkliche Ergebnis dieser Mammut-Konferenz mit 25.000 Teilnehmern?

Zunächst ein Lichtblick: Die EU bekannte sich zusammen mit China, Indien, Südafrika und den kleinen Inselstaaten erneut zum Ziel der Klimaneutralität bis 2050. Das ist zumindest ein erster, wenn auch noch unzureichender Schritt in die richtige Richtung. Damit kann dem Pariser Klimaabkommen beim Klimagipfel im nächsten Jahr neues Leben eingehaucht werden.

Der zweite Hoffnungsschimmer: Die Bremser von Madrid, die USA, Brasilien und Australien, konnten sich mit ihren Forderungen nach einem ungezügelten, weltweiten Emissionshandel nicht durchsetzen. Ein globaler gefährlicher Emissionshandel, der so zum Verschiebebahnhof von CO2-Emissionen geworden wäre, wurde abgewendet. Wichtig ist, dass alle Staaten zuhause ihre Emissionen reduzieren müssen.

Doch das magere Abschluss-Kommuniqué von Madrid zeigt wieder einmal, dass die Welt weit entfernt davon ist, das Paris-Ziel von höchstens 1.5 oder zwei Grad globaler Erwärmung gegenüber 1880 noch zu erreichen. Zurzeit steuern wir global eher auf fünf oder sechs Grad zu.

Was nun ergibt sich aus dem gescheiterten Gipfel in Madrid?

Deutschland muss sich dem klimapolitischen Aufbruch der EU endlich ohne Wenn und Aber anschließen, vor 2038 aus der Braunkohle aussteigen  und sich an progressiven Klimavorreitern in Europa orientieren.

Positive Beispiele:

  • ·Schweden will sich schon ab 2020 von fossilen Energien verabschieden.Bereits 1991 hat Schweden eine CO2-Steuer von 35 Euro pro Tonne eingeführt. Heute beträgt die Steuer 115 Euro. Und die schwedische Wirtschaft ist nicht zusammengebrochen. Es kam vielmehr zu einem kompletten Umdenken in der Energiewirtschaft und in den Energieverbräuchen. Öl ist so gut wie kein Thema mehr. Schweden ist verstärkt auf Energie-Effizienz und auf Fernwärme umgestiegen, also auf die Abwärme von Energieanlagen, die auf Haushalte und Industrie verteilt wird. Die zweitgrößte schwedische Stadt, Göteborg, wird bereits zu 90% mit Fernwärme versorgt. Die Wärme entsteht aus Abfallverbrennung. Abfall gilt in Schweden als wertvoller Energie-Rohstoff.
  • ·Auch das konservative Großbritannien ist auf dem Weg zur Klimafreundlichkeit viel weiter als Deutschland. Das klassische Kohle-Land steigt bis 2025 komplett aus der Kohle aus.
  • ·Dänemark macht im Gegensatz zu Deutschland eine vorbildliche Verkehrspolitik.Seine Hauptstadt Kopenhagen ist die fahrradfreundlichste Stadt Europas – noch vor Amsterdam und Utrecht in den Niederlanden. Über die Hälfte aller Kopenhagener radeln mit dem Fahrrad zur Arbeit, nur noch neun Prozent fahren mit dem Auto zum Job. In Amsterdam sollen ab 2030 Benzin- und dieselbetriebene Autos verboten werden und nur noch E-Autos erlaubt sein.

Was lernen wir nach dem gescheiteren Madrid-Gipfel?

„Diese Klimakonferenz war ein Angriff auf das Herz des Pariser Abkommens“, kommentiert Greenpeace zurecht. Was lernen wir nach dem gescheiteren Madrid-Gipfel? Warten auf die Bremser wie Herrn Trump in den USA, Herrn Bolsonaro in Brasilien oder auf die deutsche AFD bringt gar nichts.

Unsere Aufgabe heißt: Energiewende selber machen und sich dabei an Vorbildern wie Schweden, England oder Dänemark orientieren. Das sind wir unseren Kindern und Enkeln, aber auch den Armen in den südlichen Ländern schuldig. Viele leiden schon heute unter der Klimaerhitzung.

Denn: Wir in den Industriestaaten verbrennen heute so viel Kohle, Gas und Öl wie die Natur in einer Million Tagen angesammelt hat. Wenn wir so weitermachen wie bisher werden die Armen als Klimaflüchtlinge zu uns kommen und unsere Enkel werden uns verfluchen.

Die Lösung ist längst bekannt: Sie steht am Himmel. Die Sonne schickt uns jede Sekunde unseres Hierseins 15.000mal mehr Energie als zurzeit 7.7 Milliarden Menschen verbrauchen. Hinzu kommen Windkraft, Bioenergie, Wasserkraft, Erdwärme sowie Strömungs- und Wellenenergie der Ozeane. Die Welt ist voller Energie. Wir müssen nur lernen, die zukunftsfähigen, erneuerbaren Energiequellen zu nutzen. Sie stehen uns in Hülle und Fülle zur Verfügung.

Quelle   Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! / www.sonnenseite.com

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Wird sich in Bayern die Anti-Erneuerbare-Energien-Politik endlich ändern?

Bayern hat eine neue Regierung aus CSU und Freien Wählern. Nach dem großen Engagement der jungen Genreration, u.a. durch Fridays for Future für mehr Klimaschutz hat Dr. Markus Söder, CSU nun genau diesen als sein Thema entdeckt. Dabei wird jedoch der Ausbau der Erneuerbaren Energien im Ausland und dessen Import gefordert. Wohingegen Blockaden für Bürgerenergie erhalten bleiben.

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Wird die Weltklimakonferenz in Madrid endlich den Klimaschutz organisieren?

Seit fast 30 Jahren gibt es weltweite Klimaschutzkonferenzen, seit Rio de Janeiro 1992. Die COP (Conference of Parties) in Madrid ist die25te Weltklimakonferenz auf Regierungsebene, organisiert von der UN. Seitdem die Weltklimakonferenzen den weltweiten Klimaschutz organisieren sollen, sind die globalen Emissionen um ein Vielfaches gestiegen. Im Rio-Jahr 1992 waren es ca. 36 Gigatonnen CO2-Equivalent (Gt CO2-e), 2018 waren es ca. 51 Gt CO2-e. Das erschreckende Ergebnis: In 2018 wurde die bisherige Rekordmenge an Treibhausgasemissionen emittiert. Dies lässt nur die ernüchternde Feststellung zu: Alle Weltklimakonferenz haben bisher komplett versagt.

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Wirtschaftsministerium setzt auch auf klimaschädlichen blauen Wasserstoff aus Erdgas und bereitet möglicherweise neue Laufzeitverlängerung von AKWs vor

Die Debatten um Wasserstoff als Energieträger der Zukunft reißen nicht ab. Während Forschungsministerin Karliczek die Lösung in grünem Wasserstoff, produziert mit Solarstrom aus der Sahara, sieht, setzt das Wirtschaftsministerium weiterhin auf blauen Wasserstoff aus klimaschädlichem Erdgas.

Dies zeigten die Aussagen von Staatssekretär Bareiß auf dem parlamentarischen Abend über „die industriepolitischen Anforderungen an eine zukunftsorientierte Nationale Strategie Wasserstoff (NSW)“, gemeinsam ausgerichtet vom Deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband (DWV), dem Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) und der Clean Energy Partnership (CEP) am 25. November in Berlin.

Zum Thema blauer Wasserstoff und Wasserstoff aus Erneuerbaren Energien war sich das Podium aus Johann Saathoff (MdB, SPD) Werner Diwald (DWV), Jörg Starr (CEP/Audi), Andreas Rupieper (Linde) und Calum McConnell (ITM) einig: Wasserstoff muss auf Erneuerbaren Energien basieren. Er sollte zudem möglichst rasch mit deutschen Wind- und Solaranlagen gespeist werden. Erst nachdem die heimischen Möglichkeiten deutlich in Richtung 100% erneuerbare Energien entwickelt worden sind, können auch Wasserstoffimporte eine Rolle spielen. Dass es dazu gute Möglichkeiten gibt, zeigte die letzte Woche in Berlin stattgefundene erfolgreiche Konferenz Desertec von DII auf.

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