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Globale Methanemissionen steigen auf Rekordhoch – Investitionen in Erdgas sind verantwortungslos

Noch immer hält sich hartnäckig die Meinung, dass Erdgas eine notwendige Übergangstechnologie auf dem Weg zu 100 % Erneuerbaren Energien sei. Begründet wird dies mit den geringeren CO2-Emissionen von Erdgas beim Verbrennen in Kraftwerken oder Heizungen, im Vergleich zu Kohle oder Erdöl. Doch dabei wird oft bewusst verschwiegen oder einfach übersehen, dass in der Vorkette der Bereitstellung von Erdgas bereits hohe Methanemissionen auftreten, infolge von Leckagen bei den Bohrlöchern und Pipelines. Dabei ist Methan wesentlich klimaintensiver als CO2. Neben den genannten Erdgasleckagen sind die Massentierhaltung von Rindern, der Reisanbau und insbesondere das zunehmende Auftauen von Permafrostböden die Ursache für Methanemissionen.

Laut den neuesten Daten der Nationalen Ozean- und Atmosphärenbehörde (NOAA) der USA ist die Methankonzentration in der Atmosphäre im letzten Jahr auf ein Rekordhoch von 1875 ppb gestiegen. Aber nicht nur die Methankonzentration ist so hoch wie noch nie, sondern auch der jährliche Anstieg ist der zweithöchste innerhalb der letzten 20 Jahre. Generell steigt eben nicht nur der CO2-Anteil, sondern auch der Methan-Anteil in der Atmosphäre in den letzten Jahren mit enormer Geschwindigkeit. 

So verantwortungsvoll es angesichts der Anti-Umweltpolitik von Präsident Trump auch sein mag, dass eine US-amerikanische Umweltbehörde ihrem Auftrag gewissenhaft nachkommt, so besorgniserregend sind Ihre Zahlen. Denn bereits 2016 machte Methan etwa 41% der gesamten weltweiten Treibhausgasemissionen aus. 

Der Anstieg der Methanemissionen wird zunehmend hervorgerufen durch die verstärkte Gewinnung und Nutzung von Erdgas, insbesondere durch Fracking, denn bei dieser Abbautechnik können große Mengen an Methan freigesetzt werden, bedingt durch riesige Methan-Leckagen.

Während die sich Politik, ein Großteil der Medien, aber auch viele Klimaschützer*innen auf die Minderung von CO2-Emissionen fokussieren, führt Methan in der öffentlichen Klimadebatte nach wie vor ein Schattendasein. Das muss sich ändern. Denn Methan ist nicht nur heute für nahezu die Hälfte der Wirkung der Treibhausgase verantwortlich, sondern wirkt vor allem kurzfristig wesentlich stärker als CO2. Über einen Zeitraum von 20 Jahren gesehen, ist das globale Erwärmungspotenzial von Methan etwa 85-mal so hoch wie das von CO2.

Daher ist es erforderlich, alle CO2-Preis-Debatten und -beschlüsse konsequent auch auf Methan und andere Treibhausgase auszuweiten, was bisher weitestgehend nicht stattfindet. CO2-Preise können ohne Einbeziehung von Methan dann sogar kontraproduktiv wirken, wenn – wie in Deutschland bereits geschehen –, ein Umstieg von Kohle auf Erdgas, statt auf Erneuerbare Energien stattfindet.

Die Umstellung der Strom- (Kohle) und Wärmeproduktion (Erdöl) auf Erdgas vermindert demnach keineswegs die Erhitzung unserer Atmosphäre durch das Energiesystem, sondern – ganz im Gegenteil – heizt die Atmosphäre möglicherweise stärker und schneller auf denn je. Laut einer Studie der Energy Watch Group aus dem letzten Jahr würde eine fossil-fossile Energiewende hin zu Erdgas den Treibhauseffekt des Energieverbrauchs um bis zu 40% erhöhen. Methanemissionen müssen daher in Politik und Öffentlichkeit ebenso wahrgenommen und konsequent geächtet werden wie CO2-Emissionen. 

Die Corona-Krise könnte darüber hinaus die Methanemissionen noch weiter erhöhen, wenn insbesondere Fracking-Unternehmen aufgrund der niedrigen Nachfrage weniger Umsatz machen und daher noch weniger auf mögliche Leckagen achten, sowie wegen Geldmangel die vorhandenen Leckagen nicht mehr schließen – und das sind sehr, sehr viele. 

Auch in der Debatte um Wasserstoffproduktion spielt Erdgas eine gefährliche Rolle, denn auch hier wird versucht, Wasserstoff auf der Basis von Erdgas als (Übergangs-)Lösung darzustellen. Dieser s.g. „blaue Wasserstoff“ sei angeblich klimaneutral, da die bei der Wasserstoffgewinnung entstehenden Emissionen durch teure CCS-Technologie abgeschieden werden. Doch die Methanemissionen der Vorkette (Bohrlöcher & Pipelines) bestehen weiterhin und erhitzen unsere Atmosphäre. Ausschließlich emissionsfreier und aus Erneuerbaren Energien gewonnener „grüner Wasserstoff“ darf Teil des Energiesystems der Zukunft sein. 

Es ist deswegen umso wichtiger die fossil-fossile Energiewende von Kohle und Erdöl zu Erdgas zu verhindern und stattdessen ausschließlich auf eine erneuerbare Energieversorgung zu setzen. Damit ist auch die Nutzung von Erdgas möglichst bis 2030 vollständig zu beenden. Investitionen in die „Überganstechnologie“ Erdgas sind daher höchst klimaschädlich und nicht verantwortbar.

Erneuerbare Energien sind bereits heute in der Lage den Strom- und Wärmebedarf großflächig zu decken. Nur so kann es gelingen die atmosphärische Konzentration aller Treibhausgase nicht weiter ansteigen zu lassen und eine weitere Überhitzung des Planeten zu verhindern.

Quelle: www.hans-josef-fell.de 

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