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Die Windkraft und die Mythen Infraschall und Vogelschredder

Neben den politisch aufgebauten Hürden der letzten Jahre (z.B. Einführung der Ausschreibung, Abstandsregeln wie 10H in Bayern etc.) hat der Ausbau der Windkraft an Land stark unter lokalen Protesten gegen die Errichtung von Windrädern gelitten. Während meist die Rede von Bürger*innen-Protesten ist, ist der angeblich großflächige Gegenwind vor Ort oftmals eine Tarnung weniger Lautstarker, die überregional vernetzt sind.

Eines der Kernargumente der Windkraftgegner*innen ist der sogenannte Infraschall. Es wird unterstellt, dass die Rotation der Windräder solch starken Infraschall verursacht (also Schwingungen, die für das menschliche Ohr nicht direkt hörbar sind), dass das menschliche Wohlbefinden stark beeinflusst würde, physisch und psychisch. Eine neue Studie der Universitäten TU München, Halle-Wittenberg, Stuttgart und Bielefeld sowie des Karlsruher Technologieinstituts KIT hat nun an zwei Standorten in Deutschland untersucht, inwiefern sich die messbaren – insbesondere nicht akustisch wahrnehmbaren – Schallwellen auf Anwohner*innen und deren Gesundheit auswirken.

Dabei beziehen sich die Wissenschaftler*innen explizit auf akustische und seismische Wellen, die von der Rotation der Windräder ausgehen. Laut Dr. Johannes Pohl von der Universität Halle-Wittenberg liegen die verursachten Schwingungen vielfach unterhalb der menschlichen Wahrnehmungsschwelle, deshalb sei es unwahrscheinlich, dass sie Stress oder sonstiges Unwohlsein hervorrufen könnten.

Ein weiterer aktueller Versuch der Universität Bayreuth hat die Infraschallemissionen im Innenraum eines fahrenden PKWs ausgewertet und kommt zu dem Schluss, dass Autofahrer*innen schon nach kurzer Fahrtzeit (10-12 Minuten) wesentlich höheren Infraschallwerten ausgesetzt sind als Anwohner*innen eines 300 Meter entfernten Windrades mit einer Leistung von bis zu 1,3 Megawatt. Während einer dreieinhalbstündigen Autofahrt werden Autofahrer*innen“ genauso viel Infraschallenergie ausgesetzt wie 10.000 Tage (über 27 Jahre!) Aufenthalt im 300m Abstand zum [hier als Vergleich verwendeten] Harsdorfer Windrad.“

All diese Untersuchungen belegen, dass Infraschall-Belastung in der Tat nicht mehr als ein Mythos ist, der v.a. von Gegner*innen der Erneuerbaren Energien und insbesondere der Windkraft angeführt werden, um die Energiewende zu torpedieren.  In der Bevölkerung werden so Unsicherheit bzw. Ablehnung gegenüber den Erneuerbaren geschürt. Wissenschaftlichen Überprüfungen zeigen, dass diese Vorwürfe nicht haltbar sind. Es bleibt zu hoffen, dass diese wissenschaftlichen Erkenntnisse gesellschaftlich zunehmend verbreitet werden, um den Gegner*innen der Windkraft den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Neben dem Infraschall wird oftmals auch als Argument gegen die Windkraft angeführt, dass die Windräder sogenannte „Vogelschredder“ seien. Die Windkraft würde demnach zur Auslöschung ansässiger Vogelarten führen. Dass die Windkraft verglichen mit anderen Gefahren (Fensterscheiben, Autos, Hauskatzen) für wesentlich weniger Vogeltode verantwortlich ist, ist hinlänglich bewiesen. Nun zeigen sogar neue Beispiele, dass insbesondere Regionen mit hoher Windrad-Dichte auch zur Erholung natürlicher Vogelbestände beitragen können. Im Rhein-Hunsrück Kreis stehen mit 276 Windkraftanlagen besonders viele Anlagen, aber gleichzeitig wurden hochwertige Ausgleichsmaßnahmen durchgeführt, sodass sich bspw. der Bestand an Rotmilanen vergrößert hat und sich der Schwarzstorch zum ersten Mal wieder in der Region angesiedelt hat. Genau solche Beobachtungen widerlegen, dass Windräder artengefährdende „Vogelschredder“ seien.

Quelle: www.hans-josef.fell.de 

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