CCS hat keine Chance mehr und ist für den Klimaschutz nicht notwendig

Die EWG mit Christian Breyer, wissenschaftlicher Chair der EWG von der finnischen Universität Lappeenranta (LUT) und ich selbst stellten die Wirtschaftlichkeit und Notwendigkeit von CCS für den Klimaschutz in Frage. Breyer stellte die EWG/LUT Studie für eine 100%ige Vollversorgung des globalen Elektrizitätssystems vor. Danach wird eine ökostromstrombasierte Versorgung kostengünstiger sein als das heutige Elektrizitätssystem. Dies bedeutet, dass die Stromerzeugung aus Kohle, Erdgas und Erdöl heute schon, also ohne CCS, teurer ist als aus Solarenergie, Windenergie und Speichern. Wenn aber die fossilen Kraftwerke zusätzlich die sehr teure Infrastruktur für CCS installieren würden, so wären sie völlig konkurrenzunfähig zu einer Ökostromvollversorgung. Damit gibt es keine tragfähigen Geschäftsmodelle für CCS.

Einigkeit herrschte auf dem Podium darüber, dass negative Emissionen notwendig sind, um den viel zu hohen Gehalt an Klimagasen in der Atmosphäre zu senken. Erneut forderte ich das politische Ziel von 330 ppm CO2-Konzentration in der Atmosphäre. Dafür stellte ich insbesondere das große Potential der grünen Kohlenstoffsenken vor, wie Aufforstungen, Biolandwirtschaft, Begrünungen degradierter und semiarider Flächen. Dies kann technologisch mit der Biokohletechnik, z.B. Hydrothermaler Carbonisierung (HTC) beschleunigt werden.

Intensiv diskutiert wurde über die Vielfalt der Möglichkeiten neben grünen Kohlenstoffsenken auch andere Wege der Kohlenstoffspeicherung (CCU) anzugehen. Sinnvoll erscheinen dabei nur technologische Pfade, die keinen fossilen Kohlenstoff verwenden, sondern nur solchen der der Atmosphäre direkt oder indirekt über Pflanzen entnommen wurde. Aber auch Biomasse mit CCS (BECCS) ist wegen der hohen Unwirtschaftlichkeit der CO2-Speicherung kein erfolgversprechender Weg.

Aus Sicht der EWG ergeben sich zu dieser komplexen Debatte folgende Kernbotschaften:

  • 100% Erneuerbare Energien sind extrem vorteilhaft, weil technisch machbar, ökonomisch attraktiv, Jobs geschaffen werden, negative Umwelteinwirkungen reduziert werden und die Energiesicherheit erhöht wird – nicht irgendwann, sondern jetzt.
  • Fossile Energieerzeugung mit CCS ist nicht sinnvoll, weil technisch nicht notwendig und ökonomisch zu teuer; Fossil-CCS ist letztlich eine lobbygetriebene Vernebelungsstrategie um notwendige Umstellungen auf Erneuerbare Energien so lange wie möglich aufzuschieben und um mit hohen staatlichen Subventionen weitermachen zu können wie bisher.
  • Zentrale Lösungsansätze ohne CCS sind im Energiesektor (keine erschöpfende Darstellung):
    • Strom: 100% Erneuerbarer Strom ist möglich, in Europa mit Wind, PV, Wasserkraft und etwas Biomasse sowie Geothermie, dazu Batterien, Power to Gas und Pumpspeicher als Speicher
    • Wärme: Energieeffizienz in Gebäuden erhöhen, ökostrombasierte Wärmepumpen, Nahwärme mit Blockheizkraftwerken aus Erneuerbaren Energien.
    • Transport: Elektromobilität mit Ökostrom wo immer möglich (Autos, LKW, Schiene; perspektivisch Schifffahrt bis 100 km; Luftfahrt bis 1000 km); teilweise auch mit Wasserstoff aus Erneuerbaren Energien; der Rest mit wenig, aber nachhaltigen Biokraftstoffen (z.B. reine Pflanzenöle, Biogas, Bioethanol) und insbesondere strombasierten synthetischen Treibstoffen, vor allem in Schifffahrt und Luftfahrt (Fischer-Tropsch-Treibstoffe, Wasserstoff, RE-LNG)
    • Industrie:
      • Zement: Brennstoff erneuerbar (Biomasse, RE-Wasserstoff, Strom); beim Kalkstein lassen sich Emissionen kaum vermeiden, daher muss nach tragfähigen CCU-Lösungen gesucht werden. Textilbeton reduziert die Emissionen der Betonindustrie um bis zu 90%.
      • Stahl: Wasserstoffbasierte Strahlreduktion ist bereits in Pilotanwendungen. Auch Biokohle kann eine CO2-neutrale Lösung werden.
      • Chemieindustrie: Alle Kohlenwasserstoffe lassen sich aus Strom, Wasser und Luft herstellen; in den 2020ern und 2030ern wird dieser Ansatz seinen globalen Siegeszug antreten. Zusätzlich können nachhaltig angebaute Biomassen, z.B. Pflanzenöle, Stärke, sowie Biokohle aus organischen Abfällen, Basis für selbstverrottende Biokunststoffe sein, die nicht die Meere mit unverrottbarem Plastik vermüllen.
      • CCU: notwendig bei technisch nicht vermeidbaren CO2-Quellen, bzw. Erneuerbaren-CO2-Quellen, d.h. Zement, Müllverbrennungsanlagen, Papierfaserwerken; das darüber hinaus notwendige CO2 als Rohstoff zur synthetischen Treibstoff/Chemikalien-Herstellung wird aus der Luft (Climeworks in Zürich macht das heute schon) oder Biomassen genommen, dann sind Treibstoffe und Chemikalien auch CO2-neutral, sofern der Kohlenstoff nicht aus fossilen Quellen kommt und die Biomassen aus nachhaltigen Anbaumethoden oder organischen Abfällen wie Klärschlamm kommen.

Quelle: www.hans-josef-fell.de 

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