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Auch Russland muss bis 2030 100% erneuerbar werden

Neue ernsthafte Diskussionen zum Klimaschutz in Russland lassen aufhorchen. Russland ist wegen seiner fundamental von fossilen und atomaren Energien abhängigen Ökonomie einer der größten Bremser für einen weltweiten Klimaschutz. Doch auch in Russland kommt der Ernst der Weltlage – infolge der Erdüberhitzung – allmählich an, zumindest in der politischen und wissenschaftlichen Diskussion.

So hat der Klimaschutzbeauftragte des Präsidenten Putin, Ruslan Edelgeriyev, auf der 3. Klima- und Energiewende-Konferenz in Moskau gestern angekündigt, dass Russland „demnächst“ das Klimaschutzabkommen von Paris ratifizieren wird. Zusätzlich hat er ein Klimaschutzgesetz angekündigt. Allerdings blieb er dazu sehr vage in seinen inhaltlichen Ausführungen.

Bezeichnend war die Frage der Konferenzleiterin, Tatjana Mitrova, Direktorin des Energie-Instituts der renommierten Skolkovo Moscow School of Management, wie viele der KonferenzteilnehmerInnen schon mal von dem Ziel der vollständigen Dekarbonisierung im Rahmen solcher Konferenzen in Russland gehört haben. Nur ganz wenige der über hundert TeilnehmerInnen meldeten sich dazu. Die Wissensvermittlung in Russland über die Notwendigkeit und die Möglichkeiten einer Nullemissionsökonomie sind also völlig entscheidend, damit auch Russland ernsthaft zum weltweiten Klimaschutz beitragen kann.

In meiner Rede stellte ich die Notwendigkeit heraus, dass auch Russland, wie die gesamte Welt bis 2030 zu einer Nullemissionswirtschaft transformieren muss, um ein Überleben der menschlichen Zivilisation zu sichern. Im Zentrum dazu stehen 100% Erneuerbare Energien, deren ökonomische, technische und globale Machbarkeit ich mit der EWG/LUT Studie vorstellte.

Frau Mitrova stellte in ihrer umfassenden Rede zur russischen Energiesituation immer wieder heraus, dass es viele Modelle zu einer Wandlung zu 100% Erneuerbare Energien gibt und verwies auf die Forschungen von EWG und LUT, sowie darauf, dass weite Teile der Welt vor allem aus ökonomischen Gründen bereits aus den fossilen und atomaren Energien auszusteigen beginnen. Meine Warnung, dass Russland wegen des weltweit beginnenden Ausstiegs aus den fossilen Energien in den nächsten Jahren erhebliche ökonomische Schwierigkeiten bekommen wird, wurde auch von Dmitry Grushevenko, Forscher am Energieforschungsinstitut der Russischen Akademie der Wissenschaft vorgetragen. Er betonte, dass u.a. die Umstellung auf E-Mobile den Ölverbrauch drastisch reduzieren wird und Russland allmählich immer mehr Energiekunden verlieren wird.

Vyacheslav Kulagin, Direktor des Energieforschungsinstitutes der Russischen Akademie der Wissenschaft stellte die großen finanziellen Unsicherheiten und viel zu langen Investitionsdauern der Atomenergie heraus und widersprach so den Darstellungen der Vertreterin von ROSATOM, Polina Lion, die viel vom angeblichen Klimaschutzbeitrag der Atomenergie sprach.

Für mich waren diese Vorträge in ihrer Klarheit erstaunlich aber auch ermutigend. Langsam entwickelt sich auch in Russland ein Bewusstsein darüber, dass die Zeit des fossil-atomaren Zeitalters zu Ende geht.

Wie groß aber die Anstrengungen Russlands sein müssen, zeigen sich im aktuellen Energieverbrauch. Nur ca. 2% der Primärenergie kommen aus Erneuerbaren Energien, hauptsächlich aus der traditionell großen Wasserkraft. Wind- und Solarenergie spielen noch eine vollkommen unbedeutende Rolle. Wer die energiepolitischen Entwicklungen in Russland unabhängig von offiziellen staatlichen Informationsquellen verfolgen will, kann sich auf der russischsprachigen Internetseite www.renen.ru oder beim von der UNESCO gegründeten Energy Bulletin Russia informieren, welches ich seit seiner Gründung 2008 als Mitglied des Editorial Boards unterstütze.

Quelle: www.hans-josef-fell.de 

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