Aus der Aralsee Austrocknung lernen

 Ursache ist eine intensive landwirtschaftliche Nutzung, insbesondere wasserintensiver Baumwollanbau. Aus der wasserspendenden Lebensader der Region, dem Fluss Amur Darja, werden in Usbekistan und Turkmenistan unzählige Bewässerungskanäle abgezweigt. Die Wasserentnahme hat den Fluss schon ab 1987 nicht mehr den Aralsee erreichen lassen.

Gleichzeitig wäscht die intensive Bewässerung das Salz aus dem Boden und lagert es als Oberflächensalz ab, womit immer mehr Flächen aus der landwirtschaftlichen Produktion fallen oder mit dem Flusswasser im Frühjahr gewaschen werden, weshalb weitere wertvolle Wassermengen als Trinkwasser oder zur Bewässerung verloren sind. Ein Teufelskreis, der die Wasserarmut immer mehr anheizt. Zusätzlich tragen die durch die Austrocknung des Aralsees verursachten regionalen Klimaveränderungen und die Erderwärmung zum Rückgang der jährlichen wenigen Niederschläge bei, was die weitere Wüstenausbreitung befördert.   

Doch aus den Fehlern der von den sowjetischen Machthabern begründeten menschlichen Fehlleistungen hat man in Usbekistan und den Nachbarländern noch nicht viel gelernt. In Tadschikistan wird seit Jahrzehnten am Rogun Staudamm am Fluss Wachsch, einem wassereichenreichen Zufluss des Amur Darja, gebaut. Er soll insbesondere Strom liefern, wird aber den Ländern am Unterlauf einen großen Teil der dringend benötigten Wassermengen wegnehmen. Dabei könnte in den windreichen menschenleeren Steppen und Wüsten mit über 300 Sonnentagen genügend wesentlich billigerer Solar- und Windstrom erzeugt werden. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann bei solch uneinsichtiger Machtpolitik mit Rücksichtlosigkeit gegenüber den Flussanrainern große Wasserkriege ausbrechen werden.

Dabei gibt es Lösungen für die hausgemachten Wasser- und Energieprobleme. Die Nichtregierungsorganisation KRASS (Khorezm Rural Advisory Support Service) hat zusammen mit der Universität in Urgench in der usbekischen Provinz Khorezm einfache aber sehr wirkungsvolle Methoden entwickelt, um Wasser wesentlich effizienter zu nutzen und sogar Wiederaufforstungen auf versalzten Böden im extremen Klima mit Wintertemperaturen unter minus 30°C sowie Sommertemperaturen bis zu 60°C zu ermöglichen.

Die von KRASS entwickelten einfachen Methoden reduzieren den Bewässerungsbedarf um mehr als 75%. So wird das Versickern des Wassers in den Bewässerungsgräben mit Folienauskleidungen verhindert, was gleichzeitig das Herausspülen des Untergrundsalzes eindämmt. Lasernivellierungen der Felder bringen das Wasser gleichmäßiger und effizienter an die Wurzeln. Erste Biogasanlagen verwenden die Reststoffe aus Landwirtschaft und Viehhaltung. Damit wird die Verschmutzung von wertvollem Wasser eingedämmt, Mineraldünger und klimaschädliches Erdgas werden ersetzt.

KRASS ist weiter auf der Suche nach einfachen dezentralen Lösungen für die Energie- und Wasserfragen: einfache Solarhomesysteme, beschattende AGRO-PV Anlagen, Solargewächshäuser, Kleinwindanlagen, kleine Anlagen zur Erzeugung von Biokohle für Terra Preta, effiziente Tröpfchenbewässerung und vieles mehr. Bei meinem Besuch in Urgench bei KRASS versprach ich, viele solcher einfachen und kostengünstigen Innovationen zu vermitteln. Wer entsprechende Lösungen anbieten kann und mit KRASS zusammenarbeiten will, kann sich gerne an mich wenden.

Die Aralseekatastrophe ist ein mahnendes Beispiel, welche verheerenden Auswirkungen die Ignoranz von ökologischen Entwicklungen bringt. Seit Jahrzehnten haben Wissenschaftler genau diese Katstrophe vorhergesagt. Doch weder unter der Sowjetunion noch in den Nachfolgestaaten Zentralasiens wurde bis heute eine lösungsorientierte Wasser- und Landwirtschaftspolitik verbunden mit Erneuerbaren Energien durchgesetzt. Die menschengemachten ökologischen und damit verbundenen sozialen Probleme in der Region des Aralsees sollten ein mahnendes Beispiel sein, wohin der Planet Erde insgesamt mit der Erderwärmung steuert. Auch in Europa, Deutschland, USA oder sonst wo sind die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Klimakatastrophe klar erkannt. Doch ein konsequentes Handeln für den Klimaschutz gibt es weniger denn je. 

Mit Dr. Irena Rudenko beim Besuch des Umweltprojektes KRASS in der Aralseeregion, Usbekistan.
Quelle: www.hans-josef-fell.de 

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