Die Elektromobilität wird schnell kommen, selbst gegen den Widerstand aus Deutschland

Das bedeutet, dass der Kampf gegen die hohe Luftverschmutzung in Chinas großen Städten um ein Jahr verlangsamt wurde. Ursache für die hohe Luftverschmutzung in Peking und anderen großen Städten sind ja gerade Autos mit Verbrennungsmotoren und Kohlekraftwerke, beides zu einem großen Teil aus deutschem Export.

Wie offensiv aber chinesische Firmen an Luftreinhaltung und Klimaschutz arbeiten und an den Erfolg glauben, zeigt die Einschätzung von BYD Gründer und CEO Wang Chuanfu. So äußerte er kürzlich seine Einschätzung, dass bereits 2030 alle chinesischen Autos elektrifiziert sein werden, also reine E-Mobile oder Plug-In-Hybride.

Europäische Hersteller sind hier meilenweit von solchen offensiven Strategien und damit natürlich auch solchen Einschätzungen entfernt.

Offener Brief an die Renault-Nissan Alliance zur Ladeinfrastruktur für E-Autos

In einem offenen Brief an die CEOs der Renault-Nissan Alliance, Carlos Ghosn und Hiroto Saikawa, appellieren daher Personen der Öffentlichkeit, Aktivisten, Gründer und viele andere an die Alliance, sich für einen besseren Ausbau einer Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge einzusetzen. 

Der Brief hebt die sehr guten Elektrofahrzeuge, die Renault und Nissan anbieten, hervor. Dennoch wird ein Hindernis gesehen, warum sich viele Menschen trotz der offensichtlichen Vorteile kein Elektrofahrzeug anschaffen: die fehlende Ladeinfrastruktur über lange Distanzen. Ich selber fahre seit vier Jahren den Renault ZOE mit ungebrochener Begeisterung. Im offenen Brief, den auch ich unterzeichnet habe, werden Renault und Nissan aufgefordert, sich an das bestehende Schnellladenetz von Tesla anzuschließen. Denn Tesla sei offen für neue Partner in diesem System. Und da es die Bundesregierung bisher nicht geschafft hat, ein solches System aufzubauen, wäre die unternehmerische Initiative von Renault genau die Antwort auf das Versagen der Bundesregierung.

Den Brief finden Sie hier.

Dabei wird immer noch oft behauptet, dass das E-Auto nicht ökologisch sei, weil der Strom dafür ja immer noch nicht zu 100% Ökostrom sei. Das können Sie selbst aber schnell ändern. Bauen Sie sich, sofern Sie es noch nicht haben, eine PV-Anlage um Ihr eigenes E-Mobil zu laden.

Mit Strom von 1 m² Solaranlage kann man 1000 km im Jahr fahren

Ein E-Auto braucht etwa 15 kWh, um damit 100 km zu fahren. Ein Quadratmeter eines (1,7 Quadratmeter großen 250-Watt-) PV-Moduls liefert etwa 150 kWh Strom pro Jahr – also 10 x 15 kWh. Man braucht also nur etwa einen Quadratmeter Photovoltaik um so viel Strom zu produzieren, dass man damit 1.000 km E-Auto pro Jahr fahren kann, so rechnet es Daniel Bannasch von MetropolSolar in einer groben Rechnung vor.

6 Module mit insgesamt 1.500 Watt (1,5 kWp) benötigen eine Fläche von 10 Quadratmetern – also die Größe eines Carports. Der produzierte Strom reicht dann, um 10.000 km weit zu fahren.

Auch finanziell ist die MetropolSolar-Rechnung interessant: Eine Solaranlage mit 1,5 kWp kostet zur Zeit etwa 2.000 EUR fertig installiert. Auf 20 Jahre gerechnet wären das dann pro Jahr 100 EUR PV-Spritkosten für 10.000 km – also 1 EUR auf 100 km. Ein Verbrenner mit 7-8 Litern auf 100 km und 1,30-1,40 EUR pro Liter belastet den Autofahrer mit etwa 10 EUR Spritkosten auf 100 km. Macht ca. 1.000 EUR im Jahr bei 10.000 km. Nach dieser Rechnung ist es also 10 Mal so teuer ein Auto mit Benzin oder Diesel zu tanken wie mit PV-Strom.

Selbst wenn man berücksichtigt, dass die PV-Anlage im Tages- und Jahresverlauf den Strom nicht immer dann liefert, wenn er gerade fürs E-Auto gebraucht wird und man den kompletten Strom fürs E-Auto aus der Steckdose beziehen würde, hätte man beim aktuellen Strompreis von 25-30 Cent für die kWh nur rund 400 EUR jährliche Spritkosten für 10.000 km.

MetropolSolar ist übrigens gerade dabei das Buch von Tony Seba „Clean Disruption of Energy and Transportation“, in der deutschen Übersetzung unter dem Titel „Saubere Revolution 2030“ zu veröffentlichen.

Auch Tony Seba rechnet vor, dass die saubere E-Mobilität viel schneller in die Welt kommen wird, als es VW, Daimler, Ford, General Motors und Kanzlerin Merkel glauben wollen. Tony Seba aus den USA sieht es damit ähnlich wie Wang Chuanfu von BYD aus China. Nur Deutschland wird dem nur noch hinterherschauen können und sich noch wundern, wie schnell die einst starke deutsche Automobilindustrie vor die Hunde geht.

Quelle: www.hans-josef-fell.de 

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